Nordpiraten folgt den Wegen der beiden Brüder Corin, 15, und Jonathan, 20, die es 1396 von Luxemburg in den baltischen Raum verschlägt und die prompt zwischen die Fronten vierer Großmächte geraten. Der folgende Text stammt aus dem Exposé und beschreibt den Anfang der Geschichte. Wer mehr über den Schreibstil erfahren möchte, sollte am besten das Probekapitel lesen oder in der Spalte rechts stöbern.

Der junge Corin und sein Bruder Jonathan ahnen nicht viel vom Ernst des Lebens, als sie 1396 mit ihrem Vater, einem wohlhabenden Tuchmacher, Richtung Norden ziehen. Wann immer sich eine freie Minute findet, raufen und rangeln sie miteinander, im Umgang mit dem Schwert sind sie bereits wahre Meister. Der quirlige, neugierige Corin mimt nur zu gerne den großen Piraten, der für Freiheit und Abenteuer kämpft, und nur von Jonathan, dem mächtigen Kreuzritter, in Schach gehalten werden kann.

Als sie in Lubeca Richtung Norden einschiffen, ahnen sie nicht, wie bedrohlich die politische Lage ist. Im Kampf um die schwedische Krone hat ein kleines nordisches Herzogtum in aller Welt Piraten gegen die skandinavische Unionsregentin Margarete angeworben – und prompt geraten die Seeräuber völlig außer Kontrolle und kämpfen nun auf eigene Faust gegen alles, was irgendwie nach einer fetten Prise aussieht.

Es dauert nicht lange und das Schiff mit Corin und Jonathan an Bord wird von Piraten angegriffen. Man verteidigt sich erbittert – aber der Übermacht an Piraten können auch die kampfbegabten Brüder nichts entgegen setzen. Corin muss mit ansehen wie sein Vater im Kampf grausam getötet und Jonathan von Bord in das offene Meer geschleudert wird.

Die Piraten halten Corin in einem Käfig gefangen. Seeräuberkapitän Claas versichert ihm, es geht den Piraten nicht ums Morden – nein, im Gegenteil, sie wollen Gerechtigkeit. Man nimmt es nur den Reichen, um es den Armen zu geben. Das klingt doch absolut fair, oder? Und ein echten Freund gewinnt Corin schnell: Broklas, ein alter schottischer Astronom, der sich trotz Gefangenschaft frei auf dem Piratenschiff bewegen kann, hilft Corin, wo er nur kann.

Corin ahnt nicht, dass sein älterer Bruder noch lebt. Schwer verletzt landet Jonathan an der Küste jenes Herzogtums, das die Piraten auf den Plan gerufen hat. Auch Jonathan ist der festen Überzeugung, dass sein Bruder bei dem Angriff der Piraten ums Leben gekommen ist - er schwört bittere Rache. Herzogin Sophia nimmt Jonathan auf und prompt verlieben sich beide ineinander.

Derweil ist die Unionsregentin Königin Margarete am toben: Als mächtigste Frau Europas musste sie mit ansehen, wie die Armee unter ihrem heimlichen Geliebten Sven Sture vernichtend von den Piraten auf Gotland geschlagen wurde. Aber es kommt noch schlimmer: Sven Sture selbst ist übergelaufen und hat es geschafft, die führungslosen, aber schlagkräftigen Piraten in Rekordzeit unter seinem Kommando neu zu organisieren. Nun muss Margarete schleunigst Verbündete finden, um die Gefahr zu bannen und sich an Sven Sture zu rächen. Doch ihr erster Partner, die starke hanseatische Kaufmannsliga, scheint im Kampf um Gotland ebenfalls zu unterliegen. 

Die Liebe von Jonathan und Herzogin Sophia steht unter keinem guten Stern. Als Jonathan von Sophia schließlich zu den Kreuzrittern empfohlen wird, die mit päpstlicher Unterstützung einen riesigen Kreuzfahrerstaat im Norden errichtet haben, scheint Jonathans Ziel endlich in greifbarer Nähe: Rache an den Piraten für den Tod seines Vaters und den vermeintlichen Tod des Bruders.

Admiral Bester

war ein griesgrämiger alter Haudegen, dessen Flüche bekannt dafür waren, Jungfrauen auf akustischem Wege zu deflorieren und somit die Unschuld zu nehmen.

Was Größe und Masse betraf, war der Admiral von beeindruckender Gestalt. Daran änderte auch sein fortgeschrittenes Alter nichts. Das rechte Bein zog er nach, als Folge einer Jahre zurückliegenden Auseinandersetzung mit einem Eisbären, mit dem der Admiral auf Grönland in Streit über die Reste eines soeben von Bester tot geknüppelten Robbenbabys gekommen war.

Der Eisbär war jung und das blieb er auch, allerdings ohne sein Fell. Aber Besters rechte Wade hatte eine schlimme Bissverletzung davon getragen, was Bester zu der Unverfrorenheit brachte, das sehr wertvolle Fell des Raubtiers nicht zu verkaufen, sondern über die Monate hinweg in kleinen Stückchen als Toilettenpapier zu verwenden, was nicht nur Besters Ego, sondern auch seinem Allerwertesten schmeichelte.

Das wird ein Klassiker, wetten?

Ich kann nur sagen, das außergewöhnliche Konzept funktioniert. Es funktioniert sehr, sehr gut! Es hat noch nie ein Buch gegeben, bei dem ich so viel lachen musste - und trotzdem sorgt man sich wirklich, ernsthaft, intensiv um die Hauptcharaktere.

Wer das ganze allerdings zu leicht nimmt und die eher kindlich-naive Aufmachung des Anfangs für bare Münze nimmt, dem wird das Lachen noch ganz schön im Halse stecken bleiben.

Peter Maybach

Sehr viel Blut. Noch mehr Lacher.

Dieser Roman schießt wie ein Kugelblitz daher und wer sich davon nicht mitreissen lässt, dem ist vermutlich nicht zu helfen. Lesern, die mit extremem Humor nicht umgehen können, ist allerdings von der Lektüre abzuraten.

Die strikte Trennung von realistischer Handlung und abgedrehtem Witz ist ein äußerst gelungenes Novum. Ich musste mich erst daran gewöhnen. Dann aber wird der Roman zu einer wahren Offenbarung.

Christian Jonas

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